Leinenführigkeit ist für viele junge und alte Hunde nicht leicht. | © Zamperlschickeria
Schluss mit dem Kräftemessen

Leinenführigkeit - ein leidiges Thema bei Mensch-Hund-Teams

Leinenführigkeit ist nicht nur bei jungen Hunden sondern auch bei manchen erwachsenen Hunden eine Baustelle. Die Erklärung ist einfach: Viele Junghunde lernen nicht, wie sie sich an der Leine verhalten sollen. Noch dazu ist es alles andere als normal, überhaupt an einer Leine zu gehen. Unsere Vierbeiner wollen schnüffeln, markieren, toben und spielen. Sie sind soziale Tiere. Eine Leine beschränkt sie also prinzipiell immens im Ausleben ihrer Bedürfnisse. Vollkommen klar, dass die Sache Konfliktpotenzial birgt. 

Beim Thema Leinenführigkeit ist noch kein Meister ist vom Himmel gefallen. Doch ein  entspanntes An-der-Leine-Gehen lässt sich jeder Fellnase beibringen. Hierbei sind indivduelle Gegebenheiten zu beachten, der eigene Charakter eines Tieres, die Gene und die Erfahrungen – ganz gleich ob beim Pekinesen-Senior oder beim Malamut-Welpen.  

 

Die 6 Hauptgründe warum es mit der Leinenführigkeit nicht klappt

Fehlverknüpfungen

Leider lernen Hunde unheimlich schnell!

Das ist einer der Hauptgründe, weshalb Hunde an der Leine ziehen: Es lohnt sich für sie!

Ein Beispiel: Welpe Waldi ist am Halsband angeleint. Er sieht einem anderen Hund und rennt freudig auf ihn zu. Nach 2 Metern wird Waldi vom Leinenende gestoppt. Ein bisschen verunsichert klappst du deinen Arm aus und ihr nähert euch dem Hund. Waldi lernt: "Wenn ich wo hin will, muss es mich würgen."

GRUND 1:
Bindung und Rollenverteilung

Wenn dein Hund nicht weiß, für welche Entscheidungen er zuständig ist, kommt es leicht zu Problemen an der Leine. Um locker an der Leine zu gehen, muss dir dein Hund vertrauen. Und du musst ihm zeigen, dass du ihn sicher durch die Welt führen kannst. Vertrauen kann dir dein Hund nur schenken, wenn er dich im Alltag ernst nehmen kann.  Gutes Leinenführigkeitstraining beginnt also nicht draußen, wenn Zug auf der Leine ist, sondern daheim.

GRUND 2:
Auftreten & Stimmung

Unsere Fellnasen sind Experten, wenn es darum geht, unsere Körpersprache und unsere Stimmung zu lesen. Deshalb ist es wichtig, wie wir uns bewegen: Eine aufrechte Körperhaltung und ein klar schreitender Gang können Waldis Bild von dir schon grundlegend ändern.

Lege deinen Fokus vor eurem Spaziergang kurz auf dich und frag dich: „Habe ich heute die innere Gelassenheit, um Waldi souverän zu führen?“

Wenn die Antwort kein klares JA ist, machst du lieber einen Bogen um Waldis Erzfeind.

 
GRUND 3:
Spirale der negativen Stimmung

Hand aufs Herz: Wie oft lobst du deinen Hund, wenn er nicht zieht? Wie oft ärgerst du dich, wenn er zieht? Waldi bekommt deine Stimmungen mit - ganz gleich, ob du hörbar schimpfst oder dich „nur“ innerlich ärgerst. 

Sag ihm, dass er etwas gut macht und warte nicht, bis er in die Leine donnert.

Faustregel: 7 mal loben zu 1 mal meckern. Wenn dieses Verhältnis erfüllt ist, ist Waldi motiviert.

GRUND 4:
Keine Zieldefinition

Was soll Waldi tun – und was bedeutet Leinenführigkeit eigentlich? 

Wie viel Leinenspannung ist in Ordnung? 

Soll Waldi rechts, links, vor oder hinter dir gehen? 

Oder soll er „bei Fuß“ gehen? 

Nur, wenn diese Fragen geklärt sind, ist echtes Training möglich. Denn dann kannst du deinem Waldi nämlich sagen, ob er etwas gut oder schlecht macht. 

 
GRUND 5:
Erwartungshaltung

Ihr habt eure feste Route, und Waldi wird immer an der großen Wiese abgeleint, was er super findet. Ihr verlasst also das Haus, bis zur Wiese sind es 500 Meter. Waldi weiß, dass er bald abgeleint wird und kann es kaum erwarten, denn er möchte schnell zu seinen Freunden. Mit jedem Mal will er schneller zur Wiese. Mit jedem Mal wird der Leinenzug ein bisschen mehr…. ein Teufelskreis.

Idee: Leine deinen Waldi an unterschiedlichen Orten ab. Dadurch weckst du bei ihm keine Erwartungshaltung.

 
GRUND 6:
Leine = Spaß vorbei

Immer wenn er angeleint wird, geht es zurück nach Hause und der Spaß ist vorbei. Für Waldi ist die Leine eine absolute Spaßbremse. Deshalb kommt er auch nur widerwillig zu dir, wenn er ahnt, dass er angeleint wird. 

Damit die Leine ein gutes Gefühl hervorruft, kannst du sie Waldi beim Füttern, Streicheln und bei kleinen Spielchen angelegen. Achte beim Anleinen auf eine offene Körperhaltung. Am besten stellst du dich neben Waldi und gehst in die Knie. Dann kommunizierst du klar: Ich will dir nichts Böses.

GRUND 7:

Für ein entspanntes Nebenherlaufen an durchhängender Leine sollten also ziemlich viele Voraussetzunen erfüllt sein. Außerdem muss Waldi ganz schön zurückstecken und sich sehr konzentrieren. Wir zwingen ihm nämlich unser Schritttempo auf und lassen ihm keine Möglichkeit, seine Wunschdistanz zu uns einzuhalten. Wir verlangen von ihm, dass er sich auf uns konzentriert und seine eigenen Interessen hintanstellt.

Inhalte Leinenführigkeitstraining

"Die eine" Leinenführigkeitsübung gibt es leider nicht. Es müssen mehrere Faktoren erfüllt sein, damit dein Hund entspannt neben dir an lockerer Leine laufen kann. Mit konsequentem Training wird auch dein Hund leinenführig - und sogar Spaß daran haben.

 

In unserem Training werden wir uns unter anderem mit diesen Inhalten befassen:

 

Theoretische Grundlagen und Überprüfung des Status quo: Wann und warum zieht dein Hund? 

 

Materialkunde: Geschirr, Halsband, Leine – welches Equipment passt zu euch?

 

Geeignete Trainingsorte finden

 

Mehr Spaß auf euren Spaziergängen

 

Bindungsarbeit: Führung im Alltag übernehmen und unbewusste Bestätigungen vermeiden

 

Körpersprachliches Arbeiten 

 

Impulskontrolle und Frusttoleranz: Ablenkungen widerstehen können

 

Plan B: Was tun, wenn es mit der Umsetzung einmal nicht klappt?

gewusst wie
Unser Training basiert auf 3 Säulen
Wissen
Weil wir dich nicht Tag und Nacht begleiten können, lernst du zu verstehen, warum dein Hund bestimmte Dinge tut.
Kommunikation
Wir stärken die Kommunikationskanäle zwischen deinem Hund und dir. Wir etablieren klare Signale und zeigen deinem Hund, dass es sich lohnt und Spaß macht, mit dir zu trainieren.
Spielerisch im Alltag lernen
Eure Hausaufgaben erledigt ihr spielerisch daheim, auf euren Spaziergängen und täglichen Abenteuern. Ein paar Minuten sinnvoll gesetzter Trainingseinheiten reichen oft schon aus.
Schluss mit dem Kräftemessen

Ein gutes Leinenführigkeitstraining ist eine sinnvolle Investition für euer harmonisches Zusammenleben. Mehrmals am Tag gehst du mit deinem Hund spazieren. Aufs Jahr gerechnet kommen da schnell 700 Stunden zusammen. Wie wäre es, wenn das eine ganz entspannte Sache wäre - ohne Kraftakt?

Unser Training ist kleinschrittig, auf dich maßgeschneidert. Deine Arme, Schultern, vor allem aber dein Hund werden es dir danken. Buche jetzt dein Leinenführigkeitstraining bei der Zamperlschickeria. Wir freuen uns auf deine Nachricht.

 
Mach dir das Leben leichter!

Du willst einen leinenführigen Hund?
Wir freuen uns auf deine Nachricht.

Mein Name ist Dominik Ehrich. Ich bin Hundetrainer und stehe hinter der Zamperlschickeria. Mit meiner Freundin und unseren beiden Hunden Katl und Ella wohnen wir am Chiemsee.

Ich weiß, wie elementar die kleinen Stellschrauben im Alltag sind. Leinenzug war bei Katl und mir ein großes Thema. Durch einen Unfall war ich extrem unsicher auf den Beinen und konnte die Leine nicht mehr halten, da meine rechte Hand 12-fach gebrochen war. Katl war dann der Meinung, dass sie auf mich aufpassen muss … 

Wir haben unseren Alltag verändert, viele neue Rituale etabliert und einen – ja, quasi - „monotonen“ Alltag geschaffen. Für die verunsicherte Katl war das Gold wert und die Leine war recht schnell wieder locker.

Beim Rückruftraining der Hundeschule Zamperlschickeria sitzen Halter und Hund auf einem Steg. | © Zamperlschickeria